Aus der Sonderausstellung

Bildrechte/-herkunft: Historisches Museum Bielefeld

Die weiße Porzellanfigur zeigt einen stehenden, jugendlichen Trommler, der aufgrund der angedeuteten Uniform als HJ-Angehöriger identifizierbar ist. Unter der Sockelplatte befinden sich mehrere Gravuren. Zum einen der Name des Entwerfers „R. Förster“, zum anderen das Insigne „SS“ mit darunter stehendem „Allach“ (Herstellungsort), eingerahmt durch ein Achteck und die Zahl „37“. Nach Aussagen der Vorbesitzerin hat der Trommler lange Zeit, auch nach 1945, als „Nippesfigur“ auf dem Kamin der elterlichen Wohnung gestanden.
Im Jahr 1939 erfolgte die Enteignung der Porzellanmanufaktur durch die SS. Die Manufaktur wurde dem zur Allgemeinen SS gehörenden Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft unterstellt. Im Gegensatz zu anderen wirtschaftlichen Unternehmungen war der Betrieb nicht auf die Erwirtschaftung von Einnahmen gerichtet. Ganz im Sinne der traditionellen Argumentation der Staatsmanufakturen, die ihre immens hohen Subventionen mit dem Verweis auf den erzieherischen Anspruch, „stil- und geschmacksbildend“ zu wirken rechtfertigten, sollten auch die Produkte der neuen SS-Manufaktur die „Erziehung zum nationalsozialistischen Menschen unterstützen“.
In Allach arbeiteten auch Gefangene aus dem nahe gelegenen Konzentrationslager Dachau.

Material/Technik: Porzellan/industrielle Massenfertigung

Maße: H:26,5cmxB:8cmxT:14cm