Darf’s ein bisschen mehr sein? Mittelalterliche Ablassurkunden aus Bielefeld und Schildesche

Haben Sie gesündigt, aber keine Zeit für wochenlanges Fasten und Beten? Haben Sie Angst vor dem Fegefeuer? Dann haben wir etwas für Sie: Ablass – Nachlass von Sündenstrafen. Gilt im Diesseits und im Jenseits. An dieser Kirche erhältlich. Echtheit bezeugt durch bischöfliche Siegel. Einfach bereuen und beichten, an einem der vielen Feiertage unsere Kirche besuchen, andächtig sein und beten. Oder Sie spenden etwas für den Erhalt der Kirche. Kommen Sie herein, besuchen Sie uns. Der Ablass ist Ihnen gewiss!

So kann man die Botschaft von mittelalterlichen Ablassurkunden verstehen. Für die Kirchen in Bielefeld und Schildesche sind insgesamt zwölf solcher Urkunden erhalten. Immer größer und prachtvoller gestaltet, mit möglichst vielen Siegeln versehen, beeindrucken sie bis heute ihre Betrachter. Die Menge an versprochenem Ablass nahm zwischen 1237 und 1344 kontinuierlich zu, die Häufi gkeit, mit der Ablass erworben werden konnte, ebenso. Auch die frommen Leistungen, aus denen Gläubige wählen konnten, um für ihr jenseitiges Wohlergehen vorzusorgen, vervielfältigten sich.

Die Ausstellung, die an der Universität Bielefeld konzipiert wurde, präsentiert alle überlieferten Ablassurkunden für die Bielefelder Kirchen St. Nikolai, St. Marien und St. Jodokus sowie für die Stiftskirche in Schildesche. Die Urkunden, die aus der Zeit zwischen 1237 und 1501 stammen, werden als Reproduktionen in Originalgröße gezeigt und sachkundig erläutert.

21 Februar1 April 

Sonderausstellung auf dem Forum

 

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