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WARUM UNTERSTÜTZEN SIE DAS

HISTORISCHE MUSEUM BIELEFELD?

 

Hans – Günter Lamm

Bielefelds Vergangenheit: Spannend – lehrreich – informativ.
Es lohnt sich, sie lebendig zu halten.
Ulrike Klenner
Ich unterstütze das Museum, weil wir mithilfe interessanter Objekte zur Bielefelder Stadtgeschichte die Veränderungen unserer Stadt zeigen, reflektieren und diskutieren können.

 

Bernd J. Wagner

Ich unterstütze das Historische Museum, weil ich Bielefelder Geschichte nicht nur lesen will. Das Historische Museum spricht meine Sinne an, begeistert und macht neugierig. Es darf in Bielefeld nicht fehlen.

 

 

Dr. Cornelia Foerster

Ich unterstütze das Historische Museum, damit die Kolleginnen und Kollegen ihre gute Arbeit fortführen können.

 

 

 

 

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durch Lastschrift einzuziehen.

Der Mitgliedsbeitrag und Spenden sind steuerlich absetzbar.

 

Ausflug des Fördervereins Historisches Museum Bielefeld 2016

Am 07. August 2016 fand der von Dr. Renda in hervorragender Weise organisierte jährliche Ausflug statt.

Die Mitglieder des Fördervereins „Historisches Museum Bielefeld“ hatten Fahrgemeinschaften gebildet und so traf man sich beim ersten Highlight dieses Tages: „Siegmund Strecker“-Museum in Neuenkirchen bei Melle. Ich muss persönlich gestehen, dass ich vor Antritt unseres Ausfluges schon ein wenig gegoogelt hatte, da mir der Name „Siegmund Strecker“ wenig sagte. dsc03777

Etwas Hintergrundwissen hatte ich nun, aber ich war mehr als positiv angetan, als der Sohn des Künstlers uns die Bilder mit den unterschiedlichen Schaffensphasen seines Vaters sehr anschaulich erläuterte. Mit viel Herzblut führte er uns durch ein minimalistisch umgebautes altes Bauernhaus, in dem die Bilder des Künstlers ihren Platz gefunden hatten. dsc03789

Es war sehr angenehm, dass wir nach seinen Erläuterungen noch ausreichend Zeit hatten, die Bilder in Ruhe auf uns wirken zu lassen und im Nachhinein die Fragen der einzelnen Teilnehmer beantwortet wurden.

Nach diesem ersten –  sehr schönen Programmpunkt – stärkten wir uns im „Tannenhof-Grotendiek.“ Das Ambiente dieser gastronomischen schönen Anlage war etwas für die Augen und den Magen. Vom „Tannenhof-Grotendiek“ ging es dann weiter in das „Automuseum Melle“. dsc03820

Das Automuseum wurde 1984 in Ibbenbüren gegründete und zog 1997 in die Räume der ehemaligen Möbelfabrik Melchersmann in Melle ein.

Wir sahen hier den krassen Gegensatz zu dem kurz zuvor Gesehenen – wahre Schätze auf vier Rädern. Es waren Sätze zu hören wie:  „Ach weisst Du noch, den habe ich auch mal gehabt, oder den bin ich auch mal gefahren, oder, oder… Gepflegte und eben auch noch ca. 200-300 fahrbereite Oldtimer rangen so manchem einen Stoßseufzer ab. Auch in diesem Museum hatte jeder die Gelegenheit seinen eigenen Gedanken nachzugehen.dsc03832

Zum Abschluss der Museumstour traf man sich im Café des wunderschön angelegten Wasserschlosses Gesmold. Dieses Schloss ist nicht zu besichtigen, aber jeder hatte die Möglichkeit, allein die Gartenanlagen des Schlosses zu inspizieren. dsc03866

Dr. Renda, Ihnen und Ihren Mitstreitern ein herzliches „Danke schön“ für die Organisation dieses wunderbaren Tagesausfluges mit vielen kleinen „Highlights.“ Ich persönlich freue mich schon jetzt auf den nächsten Ausflug des „Fördervereins Historisches Museum.“

Brigitte Schwabedissen

Bielefeld, 30.11.2016

 

Exkursion 2015 des Fördervereins

Auch in diesem Jahr unternahm der Förderverein wieder eine Exkursion. Unser Ziel war die unmittelbar nördlich des Weserberglandes gelegene Stadt Bückeburg. Bei herrlichem Sonntagswetter trafen wir uns vor der im Renaissancestil erbaute Stadtkirche.

BB1 Herr Dr. Renda erklärte uns viele geschichtliche Hintergründe zu der Kirche, die Graf Ernst von

Holstein-Schaumburg im 17. Jahrhundert erbauen ließ. Sie gilt als bedeutender Bau des frühen

Protestantismus in Norddeutschland. Sehr beeindruckend sind das große Kreuzgewölbe und

die spätgotischen Maßwerkfenster. Hervorzuheben sind auch die große Kanzel und das

figurenreiche Taufbecken. Der bekannteste Prediger war Johann Gottfried Herder (1744 – 1803).

Auf dem Weg durch die Stadt erfuhren wir auch einiges vom Grafen Wilhelm Friedrich Ernst zu Schaumburg-Lippe (1724 – 1777). Er war zu seiner Zeit der bekannteste Militärtheoretiker Europas und Heerführer im Siebenjährigen Krieg. Durch das große Schlossportal gelangten wir in den Schlosspark zu der im Jahre 1560 von Otto von Holstein-Schaumburg umgebauten repräsentativen vierflügeligen Schlossanlage . Sie war zuerst im 14. Jahrhundert als Wasserburg errichtet worden.

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Bei einer Führung durch das noch heute von Alexander Prinz zu Schaumburg Lippe bewohnte Schloss beeindruckten besonders der große Festsaal mit wunderschöner Deckenmalerei, der goldene Saal und die noch heute von der Gemeinde genutzte Schlosskapelle mit ihren goldüberzogenen Schnitzwerken. Auch die einzige Hofreitschule Deutschlands ist hier beheimatet. Im Marstall-Museum sind 1000 Exponate zu sehen, und es wird hier die Reitkunst des 11. – 17. Jahrhunderts gezeigt.

In der „Alten Schlossküche“ von 1896 fand anschließend das Mittagessen statt bei erfrischenden und kühlen Getränken. Gestärkt ging es zum Hubschraubermuseum.

Dieses war besonders für Technikbegeisterte das Highlight der Exkursion. Es wurde durch einen Bundeswehrpiloten 1961 ins Leben gerufen und ist seit 1971 in Bückeburg beheimatet. Es gilt als das größte seiner Art in Europa. Die Führung machte der Vorsitzende des Museumsvereins Thomas Mallwitz, Stabsoffizier a. D. und selbst Pilot. Seine lebhaften und anschaulichen Erklärungen haben alle begeistert.

Zu sehen sind hier viele Modelle, darunter die ersten Versuche einer Flugschraube von Leonardo da Vinci aus dem Jahr 1483. Schnell wurde auch das Rätsel gelöst, wofür der Kolibri steht .

Humming Bird, Rufous Hummingbird, Selasphorous rufus

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Es ist der erste kleine in Serie gefertigte Militärhubschrauber Kolibri,

von der Firma Fettner erbaut.

Daneben sind auch 50 Originalhubschrauber zu sehen.

Darunter sind ein- und mehrrotorige Hubschrauber, Tragschrauber, Flugschrauber aus verschiedenen Ländern.

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Nach diesen interessanten Einblicken in die Hubschraubergeschichte haben wir uns noch mit Kaffee und Kuchen gestärkt. Danach konnte

man noch das Mausoleum im Schlosspark besuchen.  BB8

Diese Exkursion war wie gewohnt von Dr. Renda gut vorbereitet. Viel geschichtlich Interessantes und technisch Beeindruckendes haben auch diesen Ausflug zu einem Erlebnis gemacht.

Herzlichen Dank, Herr Dr. Renda

Klaus Peter Voßmerbäumer

 

 

 

Nachlese zur Exkursion 2014 des Förderkreises

Rheda kleinDie diesjährige Exkursion des Förderkreises wurde von Petrus mit Nachsicht begleitet. Zunächst nahmen wir das Residenzschloss Rheda, bewohnt von der Fürstenfamilie BentheimTecklenburg in der 23. Generation, im Rahmen einer Führung unter die Lupe. Vom Restaurant Schlossmühle bietet sich ein Blick auf die Burganlage, eine frühe münsterländische Wasserburg – angelegt auf einem Erdhügel. Lautstark vom Mühlrad der Wassermühle begrüßt, bekam ich eine Gänsehaut, als wir von der Fremdenführerin die Information erhielten, dass im Bereich des Mühlenkolkes so genannte „Wellenbäder“ noch zu Beginn des 20.Jhs. angeboten wurden. Zu diesem Zweck wurden Tücher ins erfrischende Wasser der Ems eingebracht, in denen man diesem zweifelhaften Vergnügen „nachhängen“ konnte. Wichtiger war  zweifelsohne die Nutzung der Wasserkraft als Antrieb für die Getreide- und die Ölmühle.

Der Blick wandert weiter zum spätromanischen Kapellenturm aus der Zeit der Staufer, einzigartig in seiner Gestaltung und Nutzung als Wach-, Wohn- und Sakralbau aus mächtigen Bruchsteinen auf der Schauseite. Die rückwärtige, dem Garten zugewandte Seite überrascht mit glattem Mauerwerk. Einst schoben hier etwa 10 Soldaten Wache und konnten, wenn   nötig, den Feind mit heißem Pech begrüßen, um so die Erstürmung der Anlage zu verhindern. Nach 1530 führte ein Konfessionswechsel  – auf das lutherische Bekenntnis folgte die Hinwendung zum calvinistischen Glauben – in der Doppelkapelle zu baulichen Veränderungen. Noch heute begeht die Familie hier kirchliche Feste. Nicht blaublütige Gäste aller Konfessionen sind nur zu Sylvester willkommen, den mit echten Kerzen geschmückten Weihnachtsbaum zu bestaunen und die feierliche Stimmung auf sich wirken zu lassen. Im Innern des Sakralbaus wundert man sich über zwei steinerne Löwen, die normalerweise nur an Eingangsportalen zu finden sind. Klare Formen bestimmen das Gesamtbild.

 

Die Burganlage selbst wurde erstmals 1170 erwähnt und vom Kreuzritter Widukind von   Rheda begonnen. Der Besitz ging an seine Streitgefährten, die Edelherrn zu Lippe über, da sich zahlreiche Fehden durch die Geschichte zogen. Der Einflussbereich erstreckte sich  einst bis Livland, da man zu den führenden Familien des Landes aufgestiegen war. Rheda Turm

Direkt angebaut an den Verteidigungsbau ist der Renaissanceflügel aus dem 17. Jh.  Im spitzen Winkel angesetzt folgt das Barockgebäude, nach einem Brand 1754 neu aufgebaut, in dem Räume mit einzigartigen Papiertapeten zu finden sind. Zentrum ist der Weiße Rokoko-saal. Die Stuckarbeiten wurden von einem Schüler Schlauns ausgeführt. Ornamentale Jagdszenen zeugen von der Leidenschaft des Hausherrn. Die weiteren Zimmer, von denen zwei wegen eines Wasserschadens nicht zur Besichtigung freigegeben waren, bestachen durch ihren guten Erhaltungszustand, der auf Grund der Empfindlichkeit des Materials sonst kaum zu finden ist. Eine Rechnung liefert den Beweis: Die Tapete des Landschaftszimmers wurde 1806 in Paris gekauft! Die versierten Künstler arbeiteten nach Stichen und haben wohl nie die gesunde Bergluft atmen können. Wir sind umgeben von einer typischen Landschaftsidylle der Schweiz mit imponierender Bergkulisse, Burgen, Schlössern, dezent gesetzten Personengruppen unterschiedlicher Couleur und exotischen Vögeln. Ideal für eine Mußestunde und eine herrliche Alternative zu unserer heutigen Medienlandschaft!

Im Schlafzimmer besticht die Nachbildung kostbarer Wandbespannungen. Unseren Augen wird vorgegaukelt, es mit einem üppigen Faltenwurf fließender Seide zu tun zu haben. Hier ist es perfekt gelungen, einen dunkelgrünen, mit Akanthusblättern und goldfarbenen Bordüren verzierten Behang zu imitieren. So sieht „pflegeleicht“ im 18.Jh. aus. Allergiker bitte durchatmen! Den Abschluss des Komplexes bildet wiederum ein mächtiger romanischer Festungsturm, in dem sich die Bibliothek der Familie befindet. Für Besucher ist sie nicht zugänglich.

Rheda SchlittenEin Blick in das Kutschenmuseum durfte als Ergänzung nicht fehlen.

Nach dem schmackhaften Mittagsimbiss im Schlossrestaurant wartete das Museum Wiedenbrücker Schule auf uns. Auf insgesamt 3 Etagen kamen wir hier „dem Himmel ein Stück näher“. Das verspricht die Museumsbroschüre.

Das Gebäude von 1904 mit prächtiger Fachwerkfassade  ist ein ehemaliges Werkstattgebäude, in dem 25 Mitarbeiter beschäftigt waren. Es war möglich, Altäre bis zu einer Höhe von 8 Metern zu montieren, um so die Stimmigkeit des Auftrages zu überprüfen. Viele Werkzeuge zeigen die Arbeitsschritte, Skizzen und Rechnungsbücher dokumentieren die Arbeitsprozesse und gewähren Einblick in die Zeit des Historismus.

Tüchtige Kunsttischler sorgten dafür, dass hohe Steuergelder flossen. Handwerkliches Geschick und Unternehmergeist machten Wiedenbrück in Europa und Übersee bekannt. Man griff romanische, gotische und barocke Stilelemente auf und wetteiferte bei Kirchen-, Firmen- und Wohnhäusern um die eindrucksvollsten Wirkungen in der Gestaltung. Ein Gesamtkunstwerk aus Architektur und Inneneinrichtung sollte zeigen, was man handwerklich „draufhatte“  und was man sich finanziell leisten konnte.

Prägend für den Erfolg war in den 1850er Jahren Franz Anton Goldkuhle. Er gestaltete 1863-1864 die Wiedenbrücker Franziskanerkirche. Seine Qualitätsarbeit sprach sich schnell herum. Überflügelt wurde er allerdings von Anton Mormann. Ein weiteres erfolgreiches Unternehmen war die Altarbauwerkstatt Becker-Brockhinke. Der uns allen bekannte Bildhauer Bernhard Hoetger aus Worpswede soll in Wiedenbrück die schlimmsten 3 Jahre seines Lebens verbracht haben. Warum, das ist nicht belegt. Noch heute gibt es zahlreiche Altäre der Wiedenbrücker Schule in Kirchen des Historismus. Die Stadtgeschichte wird in der 3. Etage behandelt und bekannte Persönlichkeiten finden ihre Würdigung. Rheda-Wiedenbrück

 

Die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiter, die uns durchs Haus führten, machten wieder einmal deutlich, dass Begeisterung für eine Sache ansteckend wirken kann und dass auch sie gegen „Windmühlenflügel“ zu kämpfen hatten. Ein Trost für alle, die sich für den Aufbau und Erhalt von Museen einsetzen. Historismus ist „nicht mein Ding“ und trotzdem ist diese Exkursion bei mir auf fruchtbaren Boden gestoßen, so dass ich allen, die den Ausflug verpasst haben, zurufen möchte: Auf nach Wiedenbrück! Der kurze Weg lohnt sich bestimmt. Danach auf ein „Käffchen“ in die Anker-Villa, wo wir uns nach den vielen Eindrücken einfanden.

Zum Schluß bitte noch eine kurze Erinnerung an die in Wiedenbrück von 1850-1872 lebende Lyrikerin  Luise Hensel (Schwägerin von Felix Mendelssohn-Bartholdy) „wachrufen“. Wir kennen sie seit Kindertagen! Nach getaner „Arbeit“ können dann alle mit ihr sagen: „Müde bin ich, geh` zur Ruh…“

Eindrücke gesammelt von Anne Dittert

 

Das „Summer Special“ 2013 des Fördervereins:

Eine Exkursion nach Schieder und Blomberg

Der Förderverein unternahm in diesem Jahr eine Exkursion an zwei Orte in der näheren Umgebung von Bielefeld, die vielen noch nicht bekannt waren, an denen jedoch die Geschichte in Ostwestfalen-Lippe ablesbar und erlebbar ist. Unser Ziel ist es, gemeinsam solche Orte aufzusuchen, zu denen nur eine Gruppe Zugang hat oder wo eine Führung die historischen Zusammenhänge besser erschließt.

Papiermühle klein Als ersten Besichtigungspunkt hatten wir die Papiermühle Plöger     in Schieder ausgewählt, ein komplett erhaltenes technisches Denkmal, das über 300 Jahre im Besitz der Familie Plöger war und in dem bis 1989 Papier hergestellt wurde. Das äußere Erscheinungsbild der Papiermühle mit ihrer Lage am Talschluss eines stillen Bachtals, dem riesigen Dach über Fachwerkmauern sowie ihrem Kasten mit dem Wasserrad wirkt von weitem wie ein Zitat aus der Romantik. Tatsächlich aber ist die Mühle ein Denkmal für den Beginn der Moderne, da die Besitzerfamilie sich nach der anfänglichen Herstellung von handgeschöpftem Büttenpapier mit Wasserzeichen vor allem auf die Produktion von Aktendeckeln als notwendiges Utensil für eine geordnete Verwaltung spezialisiert hatte, bevor diese Form in unserer Generation wiederum durch die Erfindung der elektronischen Datenverarbeitung abgelöst wurde. In sehr ausführlichen Führungen wurden uns die Arbeitsabläufe von der Vorbereitung des Grundmaterials bis hin zum Trocknen und Schneiden der Aktendeckel erläutert, die sozialen und wirtschaftlichen Zusammenhänge erklärt, die beruflichen Belastungen am Arbeitsplatz im Kontakt mit Wasser und Lumpenmaterial, in Kälte und Dunkelheit sowie in niedrigen Räumen erläutert. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die vorhandenen natürlichen Ressourcen genutzt wurden und die Wiederverwertung von Altmaterialien selbstverständlich war. Die Mühle, heute von einem sehr engagierten Förderverein betreut, zeigt mit ihren vollständigen technischen Einrichtungen am originalen Ort, wie wichtig neben dem musealen Sammeln, Bewahren, Auswerten und Ausstellen die Erhaltung auch eines ganzen Ensembles ist. Papiermühle außen klein

Die zweite Station unserer Exkursion war wegen der Nähe zu Schieder und wegen seines guten mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Erhaltungszustandes die Stadt Blomberg, die auf eine Gründung durch das lippische Herrscherhaus zurückgeht. Wir konzentrierten uns in den Führungen auf einige zentrale und gut erhaltene Elemente von weltlicher Herrschaft und religiösem Leben in Blomberg. Wir lernten die Befestigungsanlage mit Stadteingangstor, die Burg Blomberg als Verteidigungsareal und später repräsentatives Wohngebäude des Grafenhauses mit seinen gut sichtbaren Ausstattungsmerkmalen der Weserrenaissance kennen, außerdem als Zeugnis christlicher Orientierung die aus dem 15.Jahrhundert stammende Kirche eines untergegangenen Augustinerchorherrenstifts sowie die gut erhaltene und heute als Stadtarchiv genutzte Synagoge der bis zum Ende des 19.Jahrhunderts existierenden kleinen jüdischen Gemeinde.

Auf dem Weg durch die Altstadt sahen wir Fachwerkhäuser, die bis heute soziale Unterschiede ihrer damaligen Besitzer und den Wechsel politisch-wirtschaftlicher Verhältnisse spiegeln, an denen aber vor allem auch das Problem einer heutigen Nutzung und Erhaltung ablesbar ist. In unseren Gesprächen über den Zustand der Altstadt wurde deutlich, dass Städte ihre Bürgerinnen und Bürger in der Erhaltung historischer Bausubstanz beraten und unterstützen sollten, damit das Verständnis für ein Stadtbild gefördert wird und die Zerstörung durch Unkenntnis nicht weiterhin schnell voranschreitet.

Der Tag unserer Exkursion war nicht so klar und sonnig, wie man sich das gewünscht hätte, um einen weiten Blick über die lippische Landschaft genießen zu können. Unser gemeinsames Mittagessen in Schieder und das Kaffeetrinken in Blomberg waren jedoch Gelegenheiten, sich aufzuwärmen, und boten einen angenehmen Rahmen für nette Gespräche und den Austausch über private Wiederholungsausflüge oder eine Wanderung in Lippe an einem klaren Herbstttag. Es gab auch bereits erste Wünsche für eine Exkursion im nächsten jahr, die von einer Besichtigung des Schlosses in Rheda bis zu einer sachkundigen Führung über den umgestalteten Johannisberg in Bielefeld reichten. Interessante Aussichten!

Ulrike Klenner

Am 19. März 2013 hat der Förderverein etwas Schönes für alle Mitglieder und interessierte Gäste vor:

Wir bieten ein abendliches Essen an besonderem Ort, im „Gässchen“ des Historischen Museums, sowie in besonderer Form, an einer langen Tafel, an. Das westfälische Essen mit 3 Gängen orientiert sich an der Jahreszeit und soll den Hintergrund für ein interessantes Werkstattgespräch über ein Bielefelder Thema bieten: Herr Dr. Renda, stellvertretender Leiter des Historisches Museums, und Herr Riedel, Leiter des Böckstiegel-Hauses, werden uns Einblicke in die Vorbereitung und Präsentation der Ausstellung „Peter August Böckstiegel und Rudolf Feldmann – eine Künstlerfreundschaft“ (13.10.2013 – 2.2.2014) geben.

Karten für diese Veranstaltung bekommen Sie im Vorverkauf, und vielleicht gefällt Ihnen der Gedanke, Freunde dazu einzuladen oder Bekannte auf den Abend hinzuweisen. Entnehmen Sie alle wichtigen Angaben dazu bitte der unten stehenden Einladung. Wir freuen uns auf Sie!

 Einladung lange Museumstafel

 

 

„Summer Special“ 2012 des Fördervereins

Der Förderverein des Historischen Museums bietet seinen Mitgliedern jährlich neben Previews zu aktuellen Ausstellungen und „besonderen Einblicken“ in die Museumsarbeit eine Fahrt zu interessanten historischen Stätten an. In diesem Jahr unternahmen 40 Mitglieder des Vereins und ihre Gäste eine Exkursion in die nähere Umgebung in den Raum von Halle in Westfalen.

Am Vormittag führte Frau Güttler, die mit ihrer Familie das Wasserschloss Tatenhausen bewohnt, ihre Besucher durch das privat bewirtschaftete Areal des Anwesens. Ein erster Blick durch die für uns weit geöffnete Tür des Torhauses, die Reflexe der Morgensonne auf den Steinen des Wirtschaftsterrains und die Spiegelungen auf der Wasserfläche des Burggrabens nahmen sofort für diesen Ort ein. Verstärkt wurde der Eindruck eines romantisch wirkenden Ortes durch eine dicht gewachsene alte Glyzinie über dem Durchgang zum zweiten Hof, von blühendem Lavendel auf den Terrassen und von historischen Sandsteinfiguren, die vor den hohen,  in der Renaissance hochgezogenen Mauern die Jahreszeiten symbolisieren. Diese Motive bildeten einen Einstieg in den Charme, aber auch in die Fragen nach Last und Lust des Wohnens und Bewahrens, der Verpflichtung gegenüber dem Familienbesitz und der Sorge um die Erhaltung eines historischen Denkmals. An die Stelle der touristischen Sicht auf die Idylle von Schloss, Gräfte und Park trat zunehmend das Interesse an Informationen zur wirtschaftlichen Belastung und zu Möglichkeiten der Nutzung wie auch zu den Gründen, die eine Familie heute veranlassen, die Tradition des Wohnens auch unter Verzicht auf moderne Annehmlichkeiten in einem historischen Gebäude weiterzuführen. Besonders der Besuch der Hauskapelle verdeutlichte die Stellung der Familie im westfälischen Adel, ihre konfessionelle Position sowie ihre Ambitionen im Hinblick auf eine künstlerisch anspruchsvolle Ausstattung der Kapelle.

Der Nachmittag vermittelte auf zwei Ebenen Einsichten in die Geschichte der Stadt Halle: Frau Kosubek, die das virtuelle Museum „HallerZeitRäume“ aufgebaut hat und betreut, erklärte, welche Möglichkeiten historischer Vermittlung diese neue Form eines Museums in der Zeit elektronischer Medien den Nutzern ermöglicht und wie damit Stück für Stück ein Erinnerungsspeicher und eine Reflexionsplattform entstehen. Den unmittelbaren Vergleich der virtuellen Präsenz historischer Objekte, Bilder und Texte gegenüber der realen Wahrnehmung eines historischen Raumes ermöglichte Frau Kosubek, indem sie während einer Stadtführung zu authentischen Orten wichtige Faktoren der Ortsentwicklung auf sehr anschauliche Weise erklärte. Die Bezüge und die Verflechtungen  zwischen den beiden Ebenen der virtuellen Präsentation und der unmittelbaren Wahrnehmung von historischen Objekten zeigten, welche vielfältigen Möglichkeiten der Geschichtsvermittlung heute genutzt werden können, die gegenseitig aufeinander bezogen sind und sich stützen.

Die Exkursion wurde von den Teilnehmenden wohl insgesamt als eindrücklich, differenziert und nachhaltig empfunden.

Ein herzlicher Dank an alle, die diesen Tag vorbereitet haben, und eine ebenso herzliche Aufforderung an die Fördervereinsmitglieder zu Anregungen für die Exkursion im nächsten Jahr!

Ulrike Klenner

Formular zur Mitgliedschaft im Förderverein Historisches Museum Bielefeld e.V.

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Sonderausstellung

Uli Stein – „Wow wau!“
28. Mai bis 17. September 2017

WO

Anfahrt

Historisches Museum, Ravensberger Park 2, 33607 Bielefeld,
Tel.: 0521/51-3630+-3635

Öffnungszeiten:
Mi - Fr 10-17 Uhr, Sa/So
11-18 Uhr, Mo/Di geschlossen