Sparrenburg

Einladung in die Frühe Neuzeit

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Mit der Eröffnung der neuen Mittelalterabteilung im August 2014 hatte die Umgestaltung der Dauerausstellung des Historischen Museums begonnen. Jetzt können unsere Gäste den zweiten Abschnitt „Frühe Neuzeit“ in Augenschein nehmen. Unter diesem Begriff versteht man die Zeit von etwa 1500 bis 1800. Die Fläche auf der Galerie präsentiert sich nach dem Umbau als einheitliche, lichte Fläche. Von den früheren Einbauten blieb nur der Zylinder mit dem Sparrenburgmodell erhalten, allerdings wird das Modell jetzt anders interpretiert und in das neue Konzept einbezogen. Drei großflächige „Raumzeichen“ gliedern die Ebene und schlagen Themen an, die chronologisch in den genannten drei Jahrhunderten von zentraler Bedeutung für Bielefeld waren: die Reformation, die Kriege des 17. Jahrhunderts und die Zugehörigkeit zum preußischen Staat. Manche Exponate aus der früheren Ausstellung kehren in neuer Zusammenstellung wieder, aber auch einige Objekte aus dem Depot kommen zu neuer Geltung. Durch Dauerleihgaben der LWL-Archäologie für Westfalen, der Museen Burg Altena und des Stadtarchivs kann die Abteilung Frühe Neuzeit auch in der Qualität der Exponate an das Mittelalter anknüpfen. Und wer sich unter die „Hörduschen“ stellt, erfährt mit den Stimmen der Zeitgenossen erfrischende Eindrücke aus der Vergangenheit.

Sie haben gewählt: das Objekt des Monats April

Fußangel

Manchmal kann man sie in Actionfilmen im Einsatz sehen: Bei einer Verfolgungsjagd werden sie aus dem Auto geworfen und zerstechen den nachfolgenden Fahrzeugen sehr effektiv die Reifen. Fußangeln, auch als „Krähenfüße“ bezeichnet, wurden aber bereits in der Antike verwendet, um ein Gelände für den Feind unpassierbar zu machen. Weiterlesen

Einst heiß umkämpft, heute gefeiert: die Handwerker- und Kunstgewerbeschule

Große Bauprojekte waren auch vor hundert Jahren schon heftig umstritten. Am 25. Oktober 1913 wurde die neue Handwerker- und Kunstgewerbeschule zu Füßen der Sparrenburg feierlich eingeweiht. Bei den vielen Festreden kamen die vorangegangenen Auseinandersetzungen offenbar nicht zur Sprache. Seit 1905 beabsichtigte der preußische Staat in Bielefeld eine Handwerker- und Kunstgewerbeschule einzurichten, die für das heimische Gewerbe und die Verbrauchsgüterindustrie vor allem einen ästhetisch-künstlerisch geschulten Nachwuchs ausbilden sollte. Am 1. April 1907 nahm die Schule zunächst in provisorischen Räumen ihre Tätigkeit auf.  Sie hatte guten Zulauf und zeigte so erfreuliche Ergebnisse, dass sich Magistrat und Stadtverordnetenversammlung 1908 gegenüber dem Handelsministerium verpflichteten, bis 1914 einen geeigneten Neubau zu errichten. Stadtbaurat Friedrich Schultz legte 1910 einen Entwurf vor, dessen Ausführung auf 335.000 Mark berechnet war. Darauf kam es zu erregten Diskussionen, denn der Bau sollte über Kredite finanziert werden und vor allem Grundstücksbesitzer argwöhnten, dass sie mit erhöhten Grundsteuern zur Kasse gebeten werden sollten. Manche Handwerker zweifelten den Sinn der Schule an, in der sie eine Konkurrenz witterten. In den Bielefelder Zeitungen wogte der Meinungsstreit hin und her. Die sozialdemokratische „Volkswacht“ war der Meinung, „daß an Ausgaben für Bildungszwecke nicht gespart werden soll.“ Schließlich setzten sich die Befürworter durch. Heute steht der originelle Bau zu Recht unter Denkmalschutz.

Das erste Sparrenburgfest

Jetzt drängt es wieder große und kleine Mittelalterfans hinauf auf die Sparrenburg, um buntes  Markttreiben, Gaukler und tapfere Ritter beim Sparrenburgfest in Aktion zu sehen. Seit 1979 zieht das touristische Spektakel jedes Jahr Zehntausende an. Das erste Sparrenburgfest fand aber bereits am 3. Juli 1884 statt. Fünf Jahre zuvor hatte die Stadt Bielefeld die Burg vom preußischen Staat für 8.934,90 Mark erworben. Treibende Kräfte waren dabei der Historische Verein und der Verschönerungsverein. Sie leiteten die bauliche Sicherung der Ruine in die Wege, den Bau eines Restaurationsgebäudes mit Festsaal und eine behutsame gärtnerische Pflege. Noch herrschte „urwaldartiger Baumwuchs“, „aber vorsichtig nach einheitlichem Plane mit Rücksicht auf Einsicht, Aussicht und Ansicht muß nur das entfernt werden, was wirklich stört und absperrt.“ Der Burghof wurde für den Restaurantbetrieb und Standkonzerte hergerichtet. Als 1883 der Kronprinz, der spätere Kaiser Friedrich III., die Sparrenburg besuchte, bot sie sich bereits als „das rechte Wahrzeichen Bielefelds“ dar. Ein Jahr später wurde mit Reden, Musik, Essen und Trinken sowie einem Feuerwerk das erste Sparrenburgfest gefeiert, das bereits Heerscharen von Besuchern auf den Berg lockte.

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Sonderausstellung

Uli Stein – „Wow wau!“
28. Mai bis 17. September 2017

WO

Anfahrt

Historisches Museum, Ravensberger Park 2, 33607 Bielefeld,
Tel.: 0521/51-3630+-3635

Öffnungszeiten:
Mi - Fr 10-17 Uhr, Sa/So
11-18 Uhr, Mo/Di geschlossen