
Tastmodell des Ravensberger Parks
Dieses Tastmodell bietet einen Eindruck der ehemaligen und der heutigen Gebäude des Ravensberger Parks. Der Ravensberger Park ist ein Industriedenkmal. 1855 entstand hier eine der größten Flachsspinnereien Europas. 1968 kaufte die Stadt Bielefeld das Areal. Bürgerinitiativen setzten sich für den Erhalt ein. Heute ist der Park ein Ort für Bildung, Kunst und Kultur.
Die heutigen Gebäude sind mit Zahlen gekennzeichnet. Gebäude, die nicht mehr existieren sind mit Buchstaben gekennzeichnet.
Das Tastmodell wurde möglich durch eine Förderung des Netzwerks „Preußen in Westfalen“, des LWL-Preußenmuseums Minden sowie des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.


1 Sie befinden sich in einem Zusammenschluss von Gebäuden, die heute das Historische Museum Bielefeld beherbergen. Es handelt sich um die ehemalige Schlosserei, den Maschinenraum, die großen Sheddachhalle, in der das Garn vorgesponnen wurde und die Karderie, in die Flachsfasern für das Spinnen vorbereitet wurden. Seit 1994 befindet sich im Schlossereigebäude ein Veranstaltungsraum, im Maschinenraum und der Sheddachhalle wird die Dauerausstellung präsentiert und in der Karderie finden Sie die Sonderausstellungsfläche des Museums.

2 Das Wohnhaus des technischen Betriebsleiters. Dies ist das einzige vollständig erhaltene Gebäude im westlichen Teil des Parks, dem heutigen „Rochdale Park“. Das Gebäude wird heute vom Modelleisenbahnclub e. V. genutzt.

3 Hauptgebäude der Spinnerei, das unter anderem als „Fabrikschloss“ bezeichnet wurde. Der Entwurf der Anlage stammt vermutlich von Ferdinand Kaselowsky (1816-1877), dem ersten Dierktor der Spinnerei. Er hatte in England, Irland und Schlesien Fabrikarchitektur kennen gelernt. Vorbilder für das Äußere des Gebäudes, das an ein mittelalterliches Schloss erinnert, sind aber vermutlich eher in preußischen Industriebauten in Berlin zu suchen.
Im Hauptgebäude befanden sich die Feinspinnsäle, daran angeschlossen war das Kesselhaus für die Dampfmaschine, die die Maschinen antrieb. Auf der Westseite des Gebäudes befinden sich heute noch zwei Teiche, die als Kühlteiche für den Kessel eingeplant wurden.
Seit 1986 ist das Gebäude Sitz der Volkshochschule der Stadt Bielefeld, mit zahlreichen Veranstaltungs-, Lehr und Ausstellungsräumen.

4 Ehemalige Tischlerei. Dieses Gebäude nahm ursprünglich fast die gesamte Breite bis zur Karderie, der heutigen Sonderausstellungshalle des Museums, ein. Heute befindet sich im bestehenden Gebäudeteil das Kino „Lichtwerk“. Auf der Freifläche wird im Sommer ein OpenAir-Kino geboten.

5 Direktorenvilla. Durch den Direktorengarten gelangen Sie vom Museum zum ehemaligen Wohnhaus des Spinnerei-Direktors. Dahinter liegt eine kleine Remise, in der Wagen standen und an der Bleichstraße die ältere Villa des Bleichpächters. Heute bilden die drei Gebäude gemeinsam das Museum Huelsmann. In der Direktorenvilla befindet sich die Dauerausstellung, in der Remise sind Büroräume untergebracht und die sogenannte Weiße Villa an der Bleichstraße beherbergt das Depot und die Bibliothek des Museums.

6 Die alte Hechelei. Das Hecheln des Flachses ist eine Art Kämmvorgang, bei dem die Fasern parallelisiert und gereinigt werden. Der ursprüngliche Grundriss der alten Hechelei ist heute noch über die Pflasterung vor dem Gebäudeeingang erkennbar. Im verbleibenden Gebäude befindet sich heute eine Eventlocation mit Cateringservice.

7 Veranstaltungsfläche. Auf der großen Freifläche inmitten des Parks finden Konzerte und Großveranstaltungen statt. Hier standen ursprünglich mehrere Gebäude angrenzend an eine Gartenanlage (siehe D).

8 Haus des Werkmeisters. In diesem Gebäude wohnte der Werkmeister. Direkt neben dem Gebäude verliefen die Schienen einer Lorenbahn, deren Gleise an verschiedenen Stellen auf dem Gelände noch zu sehen sind, so z. B. auf der Gleisbrücke hinter dem Haus. Heute nutzt der Verein Arbeit und Leben e.V. das Gebäude.

9 Neue Hechelei. Die neue Hechelei wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts gebaut. Heute ist dort das Ordnungsamt der Stadt Bielefeld unterbracht.
A
Arbeiterspeisesaal. Am Eingang des Parks in Richtung Kesselbrink befand sich ein Gebäude, das als Speisesaal diente. In der NS-Zeit wurden hier Zwangsarbeiterinnen untergebracht.
B
Verwaltungsgebäude. Die Ruinen dieses Gebäudes sind in Teilen noch zu erkennen. Durch dieses Gebäude verlief ursprünglich der Haupteingang zur Spinnerei von der Heeper-Straße aus.
C
Kesselhaus und Verbindungsgebäude. Die Fläche zwischen der heutigen Volkshochschule und dem Museum war ursprünglich größtenteils überbaut. Unter anderem waren Kessel und Dampfmaschine hier angeschlossen. Heute ist diese Fläche als „Forum“ Verbindungsstück für verschiedene Institutionen im Park.
D
Gärten und Werkstätten. Auf dem Gelände der heutigen Veranstaltungsfläche erstreckte sich ein großer flacher Querbau etwa vom Direktorengarten bis zur Fläche E. Dahinter befanden sich Gärten.
E
Neben der neuen Hechelei schlossen sich Gebäude bis in Höhe der Ecke Blumenstraße an.




