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Hausorden

Hausorden von Hohenzollern

„Vom Fels zum Meer“ lautet die Devise, die wie ein Glorienschein um den Kopf des preußischen Adlers liegt. So nannte sich auch eine populäre Zeitschrift, die von 1881 bis 1917 erschien und mit der „Gartenlaube“ und dem „Daheim“ zu den meistgelesenen Periodika im deutschen bürgerlichen Haushalt des Kaiserreichs gehörte. Der Königliche Hausorden von Hohenzollern mit dem majestätischen Adler hat mehr mit der biederen Zeitschrift zu tun, als es auf den ersten Blick scheinen mag.

Die Geburtsstunde des Hausordens schlug am 5. Dezember 1841, als er von den Fürsten von Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen gemeinsam gestiftet wurde. Nachdem die beiden Fürstentümer 1850 an Preußen übergegangen waren, erhob König Friedrich Wilhelm IV. ihn am 16. Januar 1851 zu einem königlichen Hausorden. In den Statuten wurde der Ausbreitung der Dynastie „von der Felskuppe des Hohenzollern… bis zu dem Baltischen Meere und über das Stromgebiet der Nordsee“ gedacht und danach die Devise „Vom Fels zum Meer“ ausgewählt. Der Orden wurde in zwei Abteilungen mit je drei Klassen verliehen. Der militärische Zweig hatte die Gestalt eines Kreuzes mit aufgelegtem Adler, dem 1864 noch Schwerter hinzugefügt wurden, während ein Adler mit dem aufgelegten Schild in den preußischen Farben die zivile Abteilung darstellte. Diese Orden waren Personen vorbehalten, die „in die Herzen der heranwachsenden… Geschlechter den Keim treuer Gesinnung und treuer Thaten legen, sei es durch ernste Zucht der Jugend und Erweckung gottesfürchtiger, treuer und vaterlandsliebender Gesinnung in der Schule, sei es durch hervorragende Werke der Kunst und Wissenschaft…“ Die Statuten sahen drei Klassen des Ordens vor: Großkomtur, Komtur und Ritter.

1861 stiftete der König jedoch eine vierte unterste Klasse, die der Inhaber, für beide Abteilungen. Der zivile Hausorden dieser Klasse, ein schlichter silberner Adler mit den in Emaille aufgelegten preußischen Farben, liegt mit unserem Exemplar vor. Er wurde fast ausschließlich an Lehrer und Geistliche verliehen, überwiegend am Ende ihrer beruflichen Laufbahn. Träger unseres Ordens war der Lehrer Heinrich August Gressel, der am 21. August 1911 damit ausgezeichnet wurde. Etwa seit 1895 hatte er als einziger Lehrer die Dorfschule in Brönninghausen, heute zum Bielefelder Stadtbezirk Heepen gehörig, geführt. Offenbar hatte er den Kindern durch „ernste Zucht“ genau die Gesinnung vermittelt, die das Ordensstatut als erstrebenswert ansah, so dass ihn beim Ausscheiden aus dem Lehrberuf diese Ehrung erreichte.

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