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Pressetext Historisches Museum Bielefeld

Historisches Museum Bielefeld – Selbstverständnis und Auftrag
Geschichte erleben im Historischen Museum
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stellvertretender Direktor des Historischen Museums

Fotoauswahl Dauerausstellung

Sonderausstellung

FRAUENBEWEGT

Aufbrüche in Bielefeld ab 1970

23 Januar bis 30 April 2022

Ausgelöst durch den Kampf gegen den § 218 und um das Recht auf Abtreibung entstand um 1970 die sogenannte Neue Frauenbewegung. Ihr Ziel war es, sich öffentlich gegen die Unterdrückung von Frauen in der Gesellschaft aufzulehnen und für  Gleichberechtigung und Gleichstellung einzustehen. Mit dem Schlachtruf „Das Private ist politisch!“ entstanden verschiedene feministische Gruppierungen und Initiativen, die sich für Frauenrechte stark machten.

Bielefeld gehörte zeitweise zu den drei bedeutsamsten Orten der Frauenbewegung in Deutschland, weshalb in diesem Zusammenhang von den „Drei großen B“ (Berlin, Bremen, Bielefeld) gesprochen wurde. Ein Grund war die neu gegründete, sehr fortschrittliche Universität und eine entsprechend politisch links ausgerichtete, aktive Studierendenszene. Die Frauen distanzierten sich jedoch ausdrücklich von der 68er-Studentenbewegung und deren oftmals sehr patriarchaler Ausrichtung. Sie wollten tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen herbeiführen und dazu Frauen aus unterschiedlichen Schichten erreichen und aktivieren.

Schnell entwickelten sich aus der Frauenbewegung die ersten Initiativen und Einrichtungen, die zunächst meist ehrenamtlich betrieben wurden und sich im Laufe der Jahre immer stärker institutionalisierten und sich fester in der Stadtgesellschaft verankerten. 1973 wurde beispielsweise das erste Frauenzentrum in der Kronenstraße gegründet, aus dem später das Frauenkulturzentrum hervorging. 1977 entstand das erste autonome Frauenhaus in Bielefeld, zugleich das zweite überhaupt in Deutschland.

Die Ausstellung stellt neben Themen der Bewegung, wie dem Kampf um das Recht auf Abtreibung oder gleiche Bezahlung von Männern und Frauen, diese besonderen Orte und Einrichtungen vor, die im Zuge der Neuen Frauenbewegung oder in Folge daraus entstanden sind. Diese Orte stehen für die Rechte von Frauen und Mädchen, deren Schutz und Sicherheit sowie besondere Förderung.

Der Fokus der Ausstellung liegt auf den Frauen selbst, ihrer Eigeninitiative und Stärke als Grundlage für ein politisches Umdenken und einen Wandel in der Gesellschaft. Gespräche mit Aktivistinnen von früher und heute, Objekte von privaten Leihgeberinnen und Einrichtungen vermitteln die Inhalte der Ausstellung. Zeitdokumente wie Fotos, Filme, Plakate, Handzettel und auch Objekte wie die lila Latzhose als symbolhaftes Kleidungsstück spiegeln die aktive Bielefelder Szene und ihre inhaltliche Vielseitigkeit wider. Ein weiteres Element stellen sechs Videointerviews mit Frauen dar, die unterschiedlichen frauenbewegten Themen von 1970 bis heute eine Stimme geben und sie lebendig werden lassen.

Die Ausstellung verfolgt diese Themen bis in die Gegenwart und zeigt, wie sich der heutige Feminismus weiterentwickelt hat. Eine Kooperation mit dem feministischen Kollektiv „Naturtrüb“ aus Bielefeld stellt hier eine wichtige Grundlage dar. Viele Probleme wie die Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen sind noch heute aktuell. Andere Inhalte wie die Verknüpfung des Feminismus mit Themen wie Klimaschutz oder Anti-Rassismus sind hinzugekommen.

Unser besonderer Dank gilt den aktiven Bielefelder*innen, die an der Ausstellung mitgewirkt haben.

Historisches Museum Bielefeld

Ravensberger Park 2
33607 Bielefeld
Tel. 0521/51-3635

info@historisches-museum-bielefeld.de

www.historisches-museum-bielefeld.de

Geöffnet Di – Fr 10-17 Uhr, Sa/So 11-18 Uhr

Eintritt 6 €, verschiedene Ermäßigungen