Eine Stadt wird erst durch Kunst und Kultur zur Stadt, eine Stadt ohne Kultur ist keine Stadt.
Der Kultur eine Bühne
Museen, Theater, Bühnen, Clubs, Kinos und Veranstaltungen bilden eine vielfältige Kulturlandschaft für die Menschen in Bielefeld und Ostwestfalen. Noch vor 200 Jahren war die Stadt kein kultureller Knotenpunkt. Feste Kultureinrichtungen fehlten. Schauspiel, Musik und bildende Kunst kamen meist von außen und machten nur unregelmäßig Station in Bielefeld. Mit der Entwicklung zur Industriestadt im 19. Jahrhundert wuchs unter den Bürger*innen der Wunsch nach stetigen Kulturangeboten. Eine Gründungswelle von Kulturvereinen setzte ein. In der Folge entstanden Museen und Aufführungsorte. Das neue Kulturangebot war allerdings nicht allen zugänglich. Arbeiter*innen erhielten erst ab 1900, beispielsweise mit Gründung der Volksbühne, eigene Kulturorte. In den 1920er Jahren ebneten dann Film und Radio der Massenkultur den Weg. Die Nationalsozialist*innen versuchten nach der Machtübernahme 1933 das Kulturangebot in der Stadt in den Dienst der Diktatur zu stellen. Einige Kulturschaffende folgten diesem Drängen. Anderen war es lange möglich, sich in Nischen einer Einflussnahme zu entziehen. Der Zweite Weltkrieg legte auch die Kulturlandschaft in Schutt und Asche. Aus den Trümmern wuchsen aber neue Freiheiten. Im Geist der Demokratie entstanden auch kritische Initiativen. Ab den 1960er Jahren mischten sie sich in Stadtpolitik ein und schufen neue Kulturorte mit überregionaler Strahlkraft.