Bunte Fahrradstadt Bielefeld
Juni – September 2026
10 Flower Bikes an 10 Orten in der Stadt
Bunte Fahrräder verbinden Kunst und Geschichte: Schüler*innen der Luisenschule haben mit der Streetart-Künstlerin Marla Bielefeld Flower Bikes gestaltet, die über die Sommermonate an besonderen Orten in der Bielefelder Innenstadt aufgestellt werden. Die Eyecatcher im Stadtbild laden ein, sich über Bielefelder Fahrradgeschichte und die Vorteile des Fahrradfahrens für den Klimaschutz zu informieren. Über einen QR-Code können die Informationen einfach abgerufen werden. Fahrräder die Spaß machen und über Bielefelder Stadtgeschichte informieren!
Das Projekt wurde 2025 von Bielefeld Marketing als eines der drei Gewinner-Projekte der „Fan-Aktion für Bielefeld“ ausgezeichnet.

„Klima meets History – Bunte Fahrradstadt Bielefeld“
In einem Workshop mit Schüler*innen der Luisenschule und der Streetart-Künstlerin MARLA im Historischen Museum Bielefeld wurden verlassene Fahrräder, die das Ordnungsamt in Bielefeld aufgefunden hat, zu Bielefeld Flower Bikes gestaltet und in der Bielefelder Innenstadt aufgestellt. 10 Fahrräder finden sich an 10 besonderen Orten:
Historisches Museum
Museum Huelsmann
Luisenschule
Volksbank-Lobby am Kesselbrink
Wissenswerkstadt Bielefeld
mondo Buchhandlung
Projekt Angekommen in meiner Stadt Bielefeld, Dürkopp Tor 6
Radio Bielefeld
Fan-Shop von Arminia Bielefeld am Jahnplatz
Bielefelder Arthouse-Kino Lichtwerk im Ravensberger Park

Vom 6. bis einschließlich 8. Mai 2026 fand der Workshop mit der Streetart-Künstlerin Marla und Friederike Meißner vom Historischen Museum Bielefeld im Historischen Museum statt. Dreizehn Schüler*innen der Luisenschule haben 10 Fahrräder, die vom Ordnungsamt zur Verfügung gestellt wurden, zu Bielefeld Flower Bikes gestaltet. Vielfältige und bunte Ergebnisse sind nach den eigenen Ideen der Schüler*innen entstanden, die nun an 10 Standorten in der Bielefelder Innenstadt gesucht und bewundert werden können.
Schüler*innen:
Abdul Abiragaou, Bastian Herrmann, Connor Null, Donjeta Brahimi, Emely Semmann, Emily Jäger, Emily Schürmann, Emma Eggert, Lia Tadic, Marisol Böhme, Raed Riouch Irzi, Sara Omerdic,Vasilios Christodoulou
Lehrerin:
Anna Scheil


„Vier Dinge haben Bielefeld in der Welt bekannt gemacht: sein Leinen, seine Nähmaschinen, seine Fahrräder und Dr. Oetker.“ (Merian-Ausgabe: Bielefeld, 1955)
Bielefeld war neben Nürnberg, Brandenburg und dem sächsischen Industrierevier (Chemnitz, Zwickau, Leipzig) Jahrzehnte lang unbestritten das Zentrum der Fahrradherstellung in Deutschland.
Zu den ersten Fahrradfabrikanten in Deutschland zählte Nikolaus Dürkopp, der bereits im Jahre 1886 in Bielefeld mit der Herstellung begann. Zunächst baute Dürkopp Hochräder, später dann Dreiräder und die sogenannten Niederräder – die uns heute bekannten Fahrräder. Bielefeld stieg auf zur Hochburg der Zweiradindustrie.
Viele Namen von Bielefelder Fahrradmarken sind auch heute noch ein Begriff: Göricke, Dürkopp, Rabeneick, … Die Liste ist lang, und selbst Miele gehörte dazu, denn die Fahrradfertigung des Gütersloher Unternehmens befand sich in der Fahrradstadt Bielefeld.
Mehr als 100 Fahrrad-Firmen prägten Bielefeld. Es gab Großbetriebe, die riesige Stückzahlen am Band produzierten, aber ebenso kleine Familienbetriebe die ihre Räder hauptsächlich in der unmittelbaren Umgebung verkauften. Außerdem die Fahrradteile-Fabriken, die vom Sattel bis zur Luftpumpe, von der Beleuchtung bis zum Fahrradschloss den gesamten Zubehör eines Fahrrades produzierten. Fahrräder aus Bielefeld waren nicht nur in Deutschland weit verbreitet, sie wurden in die ganze Welt exportiert.
Die sinkende Beliebtheit des Fahrrades in den 1960er Jahren und der steigende Wettbewerbsdruck führten dann zur Schließung von immer mehr Bielefelder Unternehmen der Branche.


Bielefeld war auch eine Hochburg des Radsports. Hier wurden nicht nur Fahrräder für den Alltag gebaut, sondern auch Rennräder für Straßenrennen und den Bahnsport. Weltrekorde und internationale Titel sind auf Rädern, made in Bielefeld, gewonnen worden. Die bedeutendsten Firmen wie Dürkopp hatten eigene Rennfahrer und richteten Rennen aus, die Tausende von Zuschauenden anzogen.
Ein unübersehbares Denkmal dieser Radsportbegeisterung ist die Radrennbahn im Osten Bielefelds an den Heeper Fichten. In den 1950er Jahren eine der schnellsten Bahnen in ganz Deutschland, auf der wichtige nationale und internationale Rennen stattfanden.
Die Bielefelder Radrennbahn wurde am 14. Juni 1953 mit 15.000 Zuschauern als modernste Radrennbahn Europas eröffnet: 333,33 m lang, Steher- und Fliegerbahn, 46 Grad Kurvenneigung, aufwändigste fugenlose Spannbetontechnik, 5.000 Sitzplätze, 10.000 Stehplätze, 6.700 qm Innenrasenfläche. Der Architekt Clemens Schürmann war selbst erfolgreicher Radrennfahrer, bevor er sich auf den Bau von Rennbahnen spezialisiert hatte.
Der Förderverein Radrennbahn Bielefeld e.V. setzt sich für die seit 2012 denkmalgestützte Bahn ein. Noch heute finden hier Radrennen statt und es werden öffentliche Führungen angeboten.
https://www.radrennbahn-bielefeld.de/

Fahrradfahren ist eine der klimafreundlichsten Arten, sich fortzubewegen:
- Weniger Luftverschmutzung: Fahrräder verursachen keine Abgase wie Stickoxide oder Feinstaub.
- Weniger Energieverbrauch: Herstellung und Nutzung eines Fahrrads benötigen deutlich weniger Ressourcen als ein Auto.
- Weniger Staus und Lärm: Städte werden ruhiger und lebenswerter.
- Auf kurzen Wegen ist das Fahrrad in dichtem Verkehr oft schneller als ein Auto.
- Gut für die Gesundheit: Wer Rad fährt, bewegt sich mehr und bleibt fitter.
- Weniger Platz: 10 geparkte Fahrräder passen auf einen Pkw-Platz
- Mehr Teilhabe: 13 Mio. Erwachsene in Deutschland haben keinen Führerschein. Ca. 13 Mio. Kinder und Jugendliche haben ebenfalls keinen. Weitere Personen können aus gesundheitlichen oder finanziellen Gründen nicht Auto fahren. Sie sind auf Mobilität abseits vom Fahren eines PKW angewiesen.
In Kooperation mit:
https://kidical-mass-bielefeld.de/
Die Kidical Mass Bielefeld ist Teil einer überregionalen – sogar weltweiten – Bewegung. Aktive der Kidical Mass setzen sich für kinderfreundliche, grüne Städte ein. Sie möchten, dass Kinder und Jugendliche sich sicher und selbstständig mit dem Fahrrad oder zu Fuß bewegen können. Es soll Freiräume zum Spielen und mehr Möglichkeiten für ein soziales Miteinander zwischen allen Generationen geben. Mit bunten Fahrradparade machen sie die Politik auf diese Forderungen aufmerksam.

















