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Crüwell Tabak

Crüwell-Werbeschild

Ein Pfeife rauchender Eskimo? Wie kommt der Tabak ins ewige Eis? Offensichtlich kein Problem für die Firma Crüwell, die mit derartigen Werbemitteln sowohl die weltumspannende Sitte des Rauchens als auch ihre ebenso weit reichenden Geschäftsverbindungen verbildlichen wollte. Tatsächlich war Tabak aus dem Bielefelder Haus Crüwell eine bekannte und geschätzte Marke.

Die Tradition geht bis auf Johann Georg Crüwell zurück, der in einem Kirchenbucheintrag 1705 als Tabakfabrikant bezeichnet wurde. In einem Haus in der Obernstraße stellte er Rolltabak her. Sein Nachfahre Friedrich Arnold Crüwell ging 1790 nach Holland, woher der Rohtabak bezogen wurde, und lernte die dortige Tabakverarbeitung kennen. Seine Rauch- und Schnupftabakfabrik hatte fünf Mitarbeiter und belieferte ganz Minden-Ravensberg. Für 2570 Goldtaler erwarb die Familie 1813 das ehrwürdige Kaufmannshaus am Alten Markt, das nach ihr genannt wurde. Mit einem von Pferden angetriebenen Göpelwerk gab es eine erste Mechanisierung, die Beschäftigtenzahl stieg auf 22. Seither wurden immer weitere Grundstücke hinter dem Haupthaus zugekauft und mit Fabrikgebäuden bebaut, sodass die Firma unter der langjährigen Leitung von Arnold Crüwell (1847-1935) zu den fünf größten Tabakfabriken Deutschlands zählte. Wesentlichen Anteil daran hatte sicher die äußerst vielfältige und bunte Werbung. Neben Vertretern aller Völker, die als Werbeträger Verwendung fanden, nutzte man vor allem die eindrucksvolle Silhouette des Stammhauses, die als Markenzeichen auf Verpackungen und Werbemitteln erscheint. 1985 starb mit Richard Mitzlaff-Crüwell der letzte Namensträger dieser Dynastie. Seither werden die Crüwell-Tabake in Hamburg gemischt, aber ein Tabakfachgeschäft auf der Rückseite des Hauses am Alten Markt hält noch heute die Tradition aufrecht.

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